Eine Kooperation zwischen dem Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Kunstarchiv Beeskow

Über zwei Dekaden lagern bereits große Bestände an Kunst aus der DDR in Archiven und Depots; größtenteils weder für die Öffentlichkeit zugänglich noch für die Forschung von Interesse. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und der damit verbundenen Neustrukturierung der Ordnung der Bilder wurde zwar sehr früh eine kunst- und bildwissenschaftliche Forschung zu den nun in der kulturellen Peripherie eingelagerten Kunstwerken gefordert; allein: es blieb eine Forderung. Dies mag zunächst seltsam anmuten; vor allem in einer Zeit, in der das wissenschaftliche Interesse am Bild und dessen fundamentale Bedeutung für unsere kulturelle Prägung rasant gestiegen ist (vgl. nur die Publikationen zu Bildwissenschaft/en, Visual Culture, Pictorial Turn).

Falls eine breite wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Kunst aus der DDR stattfand, so erstrangig im Hinblick auf ihre Einbettung in die Kulturpolitik der DDR und den nach der Wende ausgerufenen Bilderstreit. Dabei fungieren die Werke sowohl als Dokumente, die die gesellschaftlichen Zusammenhänge vor und nach 1989 repräsentieren, als auch als Ausgangspunkte für Archivrecherchen. Darüber hinaus sind sie aber auch Kunstwerke. Die ikonographische und ikonologische Analyse und somit auch die Wechselwirkung der Werke mit anderen Stilrichtungen der gesamtdeutschen/ europäischen Kunstgeschichte muss in den Vordergrund rücken. Die in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse zur kulturpolitischen Kontextualisierung der Werke, der ausgekühlte Bilderstreit mitsamt seiner wissenschaftlichen Reflexion sowie eine biografisch entlastete Generation an NachwuchswissenschaftlerInnen tragen dazu bei, dass der Blick zunehmend auf das Bild gerichtet wird.

An dieser Ausgangssituation setzt das Symposium 2011 an. Sein Interesse gilt Bildern aus der DDR in ihrer Funktion als Kunstwerke. Im Mittelpunkt steht die Wirklichkeit der Bilder und somit ihre eigene Sprache. Zentral sind folgende Fragen: Welche Erkenntnisse können aus der Analyse der Bilder gewonnen werden und wie lassen sie sich anhand dessen in die Kunstgeschichte einordnen? Welche Relationen können zwischen der Wirklichkeit der Bilder und der gesellschaftlichen Realität ausgemacht werden?

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